Alles Gute für 2026 !
Liebe Abonnentinnen und Abonnenten,
ein aufregendes und äußerst anstrengendes Jahr geht vorüber. Insbesondere die letzten Wochen waren eine Herausforderung. Nicht nur für das Team, weil in der Vorweihnachtszeit nun mal viel zu tun ist, sondern auf für mich selbst, weil meine Unterstützung im Büro und für alle kommunikativen Belange weggebrochen ist. Eine vorweihnachtliche Nachricht war somit nicht drin, weshalb ich Ihnen allen wenigstens einen guten Rutsch in das neue Jahr wünschen möchte.
Auch dieses verspricht spannend zu werden. Nicht zuletzt deswegen, weil uns der Restaurantführer Falstaff völlig überraschend zum "Gasthaus des Jahres 2026" gekürt hat. Eine Auszeichnung, mit der ich niemals gerechnet hätte, weil der Bornheimer Ratskeller in meinen Augen immer unterhalb des Radars solcher Führer flog. Nun, jetzt ist die Auszeichnung da, und ich weiß immer noch nicht genau, was das für uns bedeuten wird. Außer dass natürlich viele neue Gäste mit hoher Erwartungshaltung auf uns aufmerksam werden. Natürlich werden wir hart daran arbeiten, diesem Titel gerecht zu werden. Und wir freuen uns, dass unsere Arbeitsweise, die für diesen Preis gesorgt hat, doch auch jenseits der Ratskellermauern zur Kenntnis genommen wird. Denn Gasthäuser gibt es in Deutschland viele und gute erst recht. Ziemlich sicher sogar bessere.
Eigentlich möchte ich den Blick nach vorne richten und keinen dieser Jahresrückblicke verfassen. Nichtsdestotrotz muss ich eine Sache erwähnen, zu der ich noch keine Gelegenheit hatte und die uns alle stolz gemacht hat. Liv, unsere Auszubildende aus dem zweiten Lehrjahr, hat auf dem Nachwuchswettbewerb der Pasteten-WM in unserer Partnerstadt Lyon den dritten Preis errungen. Und damit besser abgeschnitten als ihr Lehrmeister. Das lag nicht nur an einer handwerklich sehr gut ausgeführten Pastete, sondern auch an einer geschmacklich überzeugenden Version. Lediglich die getrockneten Aprikosen (Großmarkt-Standardware) wurden bemängelt, was uns nochmals verdeutlicht hat, dass auf dem Niveau jeder Qualitätsmangel auffliegt. Dass wir keine Stopfleber verwendet hatten, wurde uns nachgesehen, weil wir ansonsten den traditionellen Rahmen nicht verlassen hatten. Die Erfahrung hatte ich ja ein paar Monate vorher auf dem Vorentscheid für die Senioren gemacht, sodass wir diesmal ganz brav Ente, Huhn, Schwein, Pistazie und Fleischgelee in der althergebrachten Backform zu einem schmackhaften Ergebnis zusammengebracht haben, was im Sinne der Ausbildung ja auch absolut in Ordnung ist, weil man bei den Klassikern nun mal die Grundlagen am besten lernt. Wir freuen uns mit und für Liv, der gestern sogar ein Artikel in der FAZ gewidmet wurde und hoffen, Sie im kommenden Jahr auch nochmal probieren lassen zu können, wenn die Zeit dafür ausreicht.

So, und was erwartet Sie 2026 im Bornheimer Ratskeller ? Nun, so richtig kann ich das noch nicht sagen. Da auch Kreativität einen vollen Akku braucht, wird das noch eine Weile dauern. Im Prinzip stünde im ersten Quartal wieder unsere Vortragsreihe "Erzeuger hautnah" an, bei der diesmal wieder die Betriebe mit einem unser Menü begleitenden Vortrag an der Reihe wären, die uns mit Lebensmitteln versorgen. Zumal es zwei, drei neue Betriebe gibt, die wir Ihnen gerne vorstellen wollen würden. Da ich es aber nicht mag, mit heißer Nadel zu stricken, kann ich noch nicht sagen, ob und wann das klappt. Denn zunächst einmal muss ich unsere Erzeuger fragen. Vielleicht rückt einfach alles ein wenig nach hinten, damit es den sinnvollen und notwendigen Vorlauf geben kann. Wenn die Vortragsreihe steht, erfahren Sie es hier.
In der Hoffnung, bald neue Unterstützung bei der Planung und Durchführung unserer eigenen Veranstaltungen zu finden, möchten wir auch unser restliches Programm kommendes Jahr anbieten. Vor allem unseren Erzeugertag, den wir dieses Jahr schmerzhafterweise absagen mussten. Genauso freuen wir uns aber auch auf Gründonnerstag, wenn es wieder Eschersheimer Grüne Soße im Bornheimer Ratskeller gibt, die Bärlauch- und Spargelsaison, den Biergarten und die Kinowoche, die wir bereits nach dem Ende der letzten umkonzipiert haben, sodass Sie eine umgebaute Leinwand und ein geändertes, kulinarisches Programm erwartet, der Weltpastatag und noch ein paar andere Dinge, an denen wir genausoviel Freude haben wie Sie.
Etwas weniger Freude hat uns das Nicht-Auftauchen vieler Gäste beschert. Vor allem in der stark frequentierten Vorweihnachtszeit. Hier besuchen uns viele Leute, die wir sonst nie zu Gesicht bekommen und die nicht dieselbe Verbindlichkeit verspüren, wie unsere Stammkundschaft das tut und der Anstand es gebietet. Deswegen werden wir die Reservierung bald ein wenig umstellen. Wie genau, wissen wir noch nicht, weil wir kein ein administratives Monster schaffen wollen. Erst recht nicht, um den überwältigenden Großteil unserer Gäste zu belasten, der weiß, was sich gehört. Aber eben auch um ihm noch einen Tisch zu ermöglichen, der ansonsten frei geblieben wäre, wenn jemand einfach nicht auftaucht oder um 19.55 Uhr online storniert !
Was das kulinarische Programm angeht, bleiben wir uns natürlich treu: alles aus der Region und handwerklich verarbeitet. Restlos, sodass auch die Gäste, die Besonderes suchen, fündig werden. So wird es zu Beginn des Jahres wieder unser Gänseragout aus den gesammelten Herzen und Mägen geben und in regelmäßigen Abständen (eben so, wie die Tiere hier eintreffen), Herz, Niere, Leber und Co. Bis Mitte Februar wird Wild noch eine erhebliche Rolle auf unserem Speiseplan spielen, bevor dann wieder Schwein, Lamm und vielleicht auch Zicklein für Abwechslung sorgen. Und Geflügel natürlich, dass wir aus sicherlich bekannten Gründen schmerzlich vermissen.
Nach Paella und Pastete lautet meine Herausforderung für 2026 Pasta. Das ist längst überfällig, zumal ich auch beruflich noch nie in Italien anheuern konnte. Dort habe ich mich zum "Campionato della pasta fatta a mano" angemeldet, die ihren Wettbewerb genauso aufziehen wie die Spanier und die Franzosen: einen zu überstehnden Vorentscheid (man darf sich die Stadt aussuchen - sieben standen in ganz Italien zur Auswahl) und ein Finale in Neapel. Ich habe mich für Turin entschieden, weil ich dort Freunde und Familie besuchen kann, es gut mit dem Zug zu erreichen ist und der Wettbewerb in einer umfunktionierten FIAT-Halle stattfindet, deren umbauende Architektin (Gae Aulenti) ich als mitwirkender Student einer Architekturzeitschrift damals interviewen durfte. Blöderweise ist das gleichzeitig der erste Termin, nämlich am 20.01.26. Bis dahin muss ich mit einem möglichst schmackhaften und auch sonst überzeugenden Nudelgericht aufwarten. Im Mutterland der Pasta (und womöglich nicht der Nudeln, was ziemlich Wurst ist) !
Soviel für den Augenblick. Den Rest erfahren Sie nach und nach an dieser Stelle. Vermutlich erstmal nicht mehr so schön bebildert und verlinkt.
Ich wünsche Ihnen allen noch einen möglichst ruhigen Jahresausklang und das Beste für das kommende Jahr. Danke Ihnen für den großartigen Zuspruch, der uns oft aus Ihren Reihen erreicht und natürlich für die zahlreichen Besuche.
Gruß aus der Küche, Mario Furlanello
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